Welches Motoröl?

Welches Motoröl kaufen? Auf den ersten Blick gar nicht so schwer: Einfach ein Motoröl auswählen, das vom eigenen Fahrzeughersteller zertifiziert ist. Dann die Viskosität (Fließeigenschaft) passend für die Temperaturen in denen das Fahrzeug normalerweise arbeitet (siehe Betriebsanleitung / Jahreszeit) aussuchen, und fertig. Nun, nicht ganz. Es gibt eine ganze Menge mehr zu beachten als das.

Die Frage welches Motoröl denn nun das Beste ist, kann wirklich eine Qual sein. Denn die Auswahl ist riesig: Ob 5w30, 5w40 oder 10w40, es sind die vielen Etiketten und Zahlencodes auf unzähligen Motorölflaschen im Regal, deren Angaben mehr als verwirrend sind. Welches Motoröl ist qualitativ gut? Ein Liqui Moly 5w40 Motoröl, ein Castrol 5w40 oder ein 5w40 Motoröl von Total?  Welches Motoröl hat einen angemessenen Preis? Muss es ein Castrol 5w30 oder ein Liqui Moly 5w30 sein? Wie gut sind No-Name Anbieter?

Ist Motoröl wirklich das Lebenselixier eines Motors? Das ist eine gängige Analogie. Und sie ist nicht ganz falsch. Ohne Öl, das bewegliche Teile im Motor schmiert und kühlt, das reinigt und die Kolben in den Zylindern versiegelt, würde der Motor nur für Sekunden laufen. Das Motoröl ist wichtig.

Es ist so wichtig, dass wir nach dem besten Öl für unser Fahrzeug suchen wollen – selbstredend für einen günstigen Preis. Also worauf kommt es an?Welches Motoröl

Welches Motoröl brauche ich nun?

Generell finden sich auf dem Motoröl Behälter die europäischen und amerikanischen Normen sowie die Freigaben der Fahrzeughersteller. Auf den ersten Blick alles bunt gemischt, aber es hat System.

Die europäische ACEA (Association des Constructeurs Européens d’Automobiles) unterteilt Motoröle in vier Klassen von A für Ottomotoren in Pkw, über B für Dieselmotoren in Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, zu C für Dieselmotoren mit Partikelfilter und schließlich E für Dieselmotoren in Nutzfahrzeugen und Lkw. Welches Motoröl die Qualitätsanforderungen des amerikanische API (American Petroleum Institute) erfüllt, zeigen die Einstufungen von S für Ottomotoren bis C für Dieselmotoren.

Die Fahrzeughersteller haben ihre eigenen Herstellernormen für Motoröle und vergeben Freigaben die auf das jeweilige Fahrzeug zugeschnitten sind. Für einen VW mit Dieselmotoren und Abgasturboaufladung lautet die Freigabe beispielweise VW 505.00.

Warum so viele Öle?

Schaut man in die Regale einer Tankstelle, dann findet man Motoröle für fast jeden Zweck: High-Tech-Motoren, neue Autos, alte Autos mit höherer Laufleistung, schwere Fahrzeuge wie SUVs und energiesparende Öle. Darüber hinaus findest Du eine fast unübersichtliche Auswahl an Viskositäten.

Welches Motoröl ist jetzt das richtige für mich? Werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Arten. Die Viskosität, beispielweise 5w30, beschreibt die Fließeigenschaften des Motoröls bei kalten und bei heißen Temperaturen. Das ist wichtig wenn der Wagen viel im Winter bewegt wird, Stichwort Kaltstart bei Minustemperaturen, oder aber viele Hochgeschwindigkeitsfahrten unternommen werden.

Welches Motoröl deckt den größten Temperaturbereich ab?

Die Automobilhersteller liefern in der Regel ein 5w30 oder 5w40 Öl, optional auch ein Motoröl 10w40 vor allem für höhere Umgebungstemperaturen. Insbesondere für niedrigere Temperaturen kommt auch ein 0w30 Motoröl in Frage. Diese Klassifizierungen decken fast alle leichten Nutzfahrzeuge ab. Wichtig ist darauf zu achten, ob das Fahrzeug mit einem long-life Ölwechselintervall betrieben wird. Dann muss neben der passenden Viskoseklasse ein Motoröl gewählt werden, dass long-life fähig ist. Die Ölwechselintervalle sind dann etwas seltener, das Motoröl kommt aber auch etwas teurer.

Marke oder No-Name: Welches Motoröl ist besser?

Die Viskoseklasse allein sagt noch nichts über die Qualität eines Motoröls aus. Motoröle die extreme Temperaturunterschiede abdecken, von sehr kalt bis sehr heiß, können dies tun da sie mit chemischen Zusätzen angereichert werden. Diese sogenannten Additive haben Einfluss auf die Qualität des Motoröls.

Motoröl Hersteller verbessern mit Zusatzstoffen die Ölleistung. Hohe Motortemperaturen kombiniert mit Feuchtigkeit, Verbrennungsnebenprodukten, Motorabrieb, Rost, Korrosion und Sauerstoff schaden dem Motor. Additive im Motoröl helfen den dabei entstehenden Verschleiß zu minimieren.

Vollsynthetisch oder teilsynthetisch – Welches Motoröl nehmen?

Insbesondere vollsynthetisches Öle sind in angereichert mit unterstützenden Kunststoffen. Diese Motoröle passieren anspruchsvolle Qualitätstest, bieten Schutz vor Ablagerungen und sorgen für eine länger anhaltende Leistung in allen kritischen Bereichen. Sie haben eine bessere Viskositätsspreizung, fließen besser bei niedrigen Temperaturen und halten die Schmierfähigkeit auch bei hohen Temperaturen.

Aber muss es wirklich ein vollsynthetisches Öl sein? High Tech Motoren profitieren klar von vollsynthetischen Motorölen. Aber diese Öle sind teuer und nicht jeder Motor braucht sie. Und in der Tat haben teilsynthetische Motoröle sogar Vorteile gegenüber vollsynthetischen Motorölen.

Teilsynthetische Motoröle werden aus synthetischem Öl und herkömmlichen Öl gemischt. Diese Teilsynthetische Motoröle verdampfen weniger, was den Ölverlust reduziert und den Kraftstoffverbrauch senkt. Und welches Motoröl ist günstiger? Ganz klar, der größte Vorteil teilsynthetische Motoröle liegt im Preis. Sie sind deutlich günstiger.

Motoröl für ältere Fahrzeuge

Welches Motoröl verwende ich für Autos mit hoher Laufleistung? Wenn Dein Auto schon etwas älter ist findest Du wahrscheinlich hier und da Ölflecken unter dem Wagen. Das Auto verliert Motoröl. Das passiert wenn Dichtungen im Motor verhärten und nicht mehr richtig schließen. Motoröle die speziell für Fahrzeuge mit hoher Laufleistung ausgelegt sind, arbeiten mit Additiven, die solch poröse Dichtungen wieder verschließen bzw. aufquellen lassen. Im Ergebnis werden Kolben, Zylinder und Ölabstreifringe wieder besser geschmiert, Motorleistung und Laufruhe des Fahrzeugs werden positiv beeinflusst.

Motoröl Test

Aber welches Motoröl genau kaufe ich nun bei einem hohen Ölverbrauch? Welches Motoröl für meine Neuwagen? Kann ich jeden Hersteller nehmen? Eigentlich nicht so schwer. Guck in die Betriebsanleitung oder das Scheckheft für Dein Fahrzeug. So weißt Du welche API und ACEA-Spezifikation für dein Auto gilt. Auch die Herstellerspezifischen Vorgaben für Motoröle sind dort aufgeführt. Dann musst Du noch die passenden Viskositätsklasse wählen. Unser schlauer Motoröl Test zeigt Dir dabei wo Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Hersteller liegen.

 

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