Kann man Motoröle mischen?

Das umfangreiche Angebot an diversen Motorölen in den Regalen verwirrt viele Verbraucher. Sie fragen sich nicht nur, welches Sorte Motoröl optimal für ihr Fahrzeug ist, sondern auch, wenn sie noch Restbestände im Behälter haben, ob sie Material mischen können, um aufzufüllen. Der nachfolgende Beitrag soll die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Motoröl mischen beantworten.

1) Sind Motorenöle untereinander mischbar?

Generell lassen sich alle Motoröle untereinander mischen. Die Viskosität, ob 5w40 oder 5w30, synthetisch oder mineralisch ist beim Motoröl mischen nicht von Bedeutung. Dies wird Verbrauchern von den Herstellern ausdrücklich gewährleistet. Beim Motoröl mischen sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass das verwendete Öl vom Hersteller für das Fahrzeug zugelassen ist. Werden dagegen Motoröle gemischt, welche die geforderten Spezifikationen nicht erfüllen, können Motorschäden die Folge sein.Motoröl mischen

2) Synthetische oder mineralölbasierte Öle mischen?

Mineralöle und synthetische Öle dürfen ebenfalls miteinander vermischt werden, wenn beide Öle für eine Motorenart (Dieselmotor oder Ottomotor) freigegeben sind. Öle, die für verschiedene Motorkonzepte entwickelt wurden, sollten dagegen nicht miteinander vermischt werden. Darüber hinaus sollten auf keinen Fall 2-Takt-Motoröle mit Ölen, die für Viertakt-Diesel- oder Benzinmotoren freigegeben sind, miteinander vermischt werden. Wird beispielsweise bei einem Motor ein Öl mit geringerer Leistungsfähigkeit als vom Fahrzeughersteller empfohlen aufgefüllt, führt dies in der Regel zu Schäden. Höherwertiges Motoröl dagegen darf ohne Bedenken nachgefüllt werden.

3) Motoröle unterschiedlicher Hersteller mischen?

Die Qualität von Motorölen wird vom Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) definiert. Die bei den ACEA-Spezifikationen verwendeten Bezeichnungen setzen sich aus einer Zahl, welche die Ölleistung, die Abgasnachbehandlung und die Eignung für eine bestimmte Motorart klassifiziert, zusammen. Klasse A steht für Pkw-Ottomotoren (Benziner), Klasse B für Dieselmotoren für Transporter, Vans und Pkws, Klasse C für Pkw-Diesel- und Pkw-Ottomotoren mit neuen Abgasnachbehandlungssystemen (beispielsweise DPF) und Klasse E für Lkw-Dieselmotoren.

4) Ein Motoröl 5w40 mit Motoröl 10w40 mischen?

Darüber hinaus haben einige Fahrzeughersteller, beispielsweise Peugeot, Porsche, Opel, Fiat, Ford, VW, Mercedes Benz und BMW zusätzlich eigene OEM-Spezifikationen entwickelt, welche die Eignung eines Motoröls für bestimmte Motorvarianten und Fahrzeugmodelle deklarieren. Beim Kauf von Motoröl nach Hersteller-Freigabe muss überprüft werden, ob der Hersteller auch tatsächlich die Freigabe für das Produkt erteilt hat. Gibt der Hersteller verschiedene Viskositäten an, darf eine davon nachgefüllt werden, unabhängig davon, welches Öl sich im Motor befindet.

SAE wird als Abkürzung für „Society of Automotive Engineers und charakterisiert die Fließfähigkeit eines Motoröls. Mehrbereichsöle können ganzjährig im Fahrzeug eingesetzt und auch untereinander vermischt werden.

Das Mischen von Motorölen verschiedener Hersteller ist generell möglich, wenn beide Ölsorten die gleichen Spezifikationen aufweisen und vom Automobilhersteller freigegeben sind. Es sollte allerdings nur Produkte verschiedener Hersteller miteinander vermischt werden, wenn die Angaben auf der Verkaufsverpackung eindeutig sind. Kfz-Werkstätten beispielsweise füllen auch nicht immer mit der gleichen Motorölmarke nach.

5) Qualität von gemischten Motorölen?

Gemischte Motoröle können durchaus eine passable Qualität aufweisen, wenn die Sorten, die zum Motoröl mischen, den vorgeschriebenen Spezifikationen gerecht werden. Obwohl jeder Hersteller für seine Motoröle unterschiedliche Mixturen verwendet, gehen die verschiedenen Komponenten keinerlei Verbindungen ein, welche den Motor schädigen. Es ist auf alle Fälle besser, Motoröle verschiedener Hersteller zu mischen, als mit zu wenig Motoröl mit dem Fahrzeug unterwegs zu sein.