Motorenöl Lexikon

Verschleiß

Öl ist der Schmierstoff des Motors. Es sorgt für einen störungsfreien Betrieb und wirkt dem Verschleiß entgegen. Dabei ist es wichtig, dass das Motoröl schnell auch weiter entfernte Schmierstellen erreichen kann. Das Öl muss dabei auch im kalten Zustand ausreichend dünnflüssig sein (Stichwort Viskosität). Bei einem Motoröl 5w30 beispielsweise zeigt die „5“ vor dem „W“ an, dass es sich um ein Öl handelt, dass auch im Winter nicht zu zähflüssig wird. Zugleich darf ein Motorenöl bei hohen Temperaturen nicht zu dünnflüssig werden. Dann würde bei hoher Belastung oder Geschwindigkeit der Schmierfilm reißen. Die Viskosität bei hohen Temperaturen lässt sich an der Zahl hinter dem „W“ ablesen. Beispielsweise bei einem Motoröl 5w40. Je niedriger die Zahl, desto dünnflüssiger ist das Motoröl.

Kühlung

Beim Betrieb des Motors entsteht Wärme. Eine Aufgabe des Motoröls ist die Kühlung der Motorbauteile. Das Öl kommt mit den erhitzten Stellen im Motor in Kontakt und fungiert dabei als Wärmeträger. Durch die Zirkulation gewährleistet das Motoröl eine Wärmeabfuhr im Motor.

Abdichten

Eine wichtige Aufgabe des Motorenöls ist die Feinabdichtung zwischen gleitenden Teilen wie Lager, Kolben, Nocken- und Kurbelwellen. Das Motoröl sorgt dafür, dass der bei der Verbrennung entstehende Druck an den Übergängen von Gehäuse und Antriebswellen nicht nutzlos entweicht.

Reinigen

Motoröl reinigt den Motor, indem es Verbrennungsrückstände aufnimmt und neutralisiert. Werden Verbrennungsrückstände wie Kohlenstoffablagerungen durch das Öl ausgespült und in den Ölfilter abgegeben, verringert dies den Kraftstoffverbrauch und die Schadstoffemission. Die reinigende Wirkung verlängert die Lebensdauer des Motors deutlich.

Ölwechsel

Durch die Verdünnung mit Kraftstoff und Wasser, Oxydation und mechanischen Abrieb verdreckt und verbraucht Motoröl sich mit der Zeit selbst. Der regelmäßige Ölwechsel erhöht die Lebensdauer von Motor und Getriebe.

Motoröl mischen

Prinzipiell können alle Motorenöle miteinander gemischt werden, egal welche Viskosität verwendet wird oder ob das Öl mineralischen oder synthetischen Ursprungs ist. Allerdings sollten 2-Takt-Motoröle nie in 4-Takt-Motoren verwenden werden.

Einbereichsmotoröl

Motoröle, die nur eine Viskositätsklasse gemäß der SAE Norm erfüllen werden Einbereichsmotoröl genannt. Ein Beispiel ist ein Motoröl 5W im Vergleich zu einem Mehrbereichsmotoröl wie einem 10w40. Einbereichsmotoröle werden heute kaum noch verwendet.

Mehrbereichsmotoröl

Mehrbereichsmotorenöle sind Öle, die mindestens zwei SAE-Klassen erfüllen. z.B.: SAE 5w-30 oder SAE 5w-40. Vereinen Motoröle mehrere Viskositätsklassen dann wird dies mit einem W (für Winter) zwischen den Ziffern für die einzelnen Viskositäten gekennzeichnet. Mehrbereichsmotoröle werden auch Ganzjahresöle genannt da sie im Sommer wie im Winter eingesetzt werden können. Ein jahreszeitlicher Ölwechsel wird vermieden, die Wartungskosten sinken.

Typische Viskositäten: 5w40, 5w30, 10w40

Ein Motoröl 5w40, 5w30 oder ein Motoröl 10w40 sind gängige Motorenöl LexikonÖle mit typischen Viskositäten. Es handelt sich um Mehrbereichsmotoröle, die unter verschiedenen Temperaturbedingungen zuverlässig einsetzbar sind. Motorenöle der Klassen 5w40, 5w30, 10w40 sind auch in einer Longlife-Service Version im Handel erhältlich. Bei einem Longlife-Öl wie dem Motoröl 5w30 longlife handelt es sich grundsätzlich um ein Leichtlauföl. Populäre Motoröle bekannter Hersteller sind beispielsweise das  Castrol 5w30 oder das Liqui Moly 5w40.

Synthetische Motoröle

Vollsynthetische Motoröle werden künstlich hergestellt, sie basieren auf Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff. Weiter kommen spezielle Additive zum Einsatz. Mit ihnen lassen sich die Eigenschaften des Motoröls für beste Schmiereigenschaften unter verschiedenen thermischen Bedingungen präzise festlegen. Synthetische Öle werden meist mit dem Poly-Alpha-Olefine- oder dem Hydrocrack -Synthese-Verfahren gewonnen. Synthetische Motoröle sind zudem haltbarer als Mineralische Motoröle. Der Ölwechsel muss seltener durchgeführt werden.

Mineralische Motoröle

Mineralische Motorenöle sind ursprünglicher als synthetische Öle, denn sie sind weniger verfeinert. Und da sie mit einfachen Raffinerieverfahren hergestellt werden sind sie preisgünstiger. Allerdings haben mineralische Motoröle eine geringere Spreizung der Viskosität, so dass mineralische Motoröle entweder nur im Winter oder nur im Sommer verwendbar sind. Um den Ölwechsel im Frühjahr und Herbst zu umgehen werden synthetische Mehrbereichsöle bevorzugt eingesetzt.

Teilsynthetische Motoröle

Teilsynthetische Motorenöle sind einen Kompromiss zwischen vollsynthetischen Ölen und rein mineralischen Motorölen. Teilsynthetische Motorenöle basieren auf Mineralölen denen ein gewisser Anteil von synthetischen Ölen beigemischt wird. So lassen sich die Eigenschaften des Öls besser austarieren. Gegenüber vollsynthetischen Motorölen können teilsynthetische Öle mit geringeren Anschaffungskosten punkten.

Leichtlaufmotoröl

Hochwertige Leichtlaufmotoröle reduzieren die Reibung im Motor, der Motor dreht leichter und spart Energie. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Mineralöl kann ein Leichtlaufmotoröl den Kraftstoffverbrauch reduzieren. Zudem verbessert ein hochwertiges Leichtlauföl wie ein Motoröl 5w40 oder Motoröl 5w30 die Kaltstarteigenschaften und stellt die das schnelle Schmieren aller wichtigen Motorbestandteile sicher.

Low Ash Öle:

Low-Ash-Motoröle verbrennen fast aschefrei. Jedes Fahrzeug verliert eine gewisse Menge Öl wenn das Motoröl über die Kolben in die Zylinder gelangt und dort verbrennt. Die sich bei der Verbrennung bildenden Aschen können sich im Partikelfilter ablagern und diesen verstopfen. Low-Ash-Motoröle beugen dem vor, da sie weniger aschebildende Komponenten enthalten.

Der Ölkreislauf

Das Motorenöl zirkuliert ständig im Motor. Der Ölkreislauf sorgt dafür, dass alle beweglichen, mechanischen Teile im Motor ständig mit einem Ölfilm überzogen sind. Das Öl gelangt mittels einer Saugpumpe von der Ölwanne an die Schmierstellen und tropft von dort zurück in die Ölwanne unter dem Motor. Da das Öl Aschen und andere Verbrennungsrückständer aufnimmt wird ein Ölfilter in den Ölkreislauf eingebaut, der Verunreinigungen herausfiltert.

 

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